Spreewald 2008

 

Vereinsfahrt des Höseler Bürger- und Schützenvereins in den Spreewald

 

 

Nach fast einem Jahr Vorbereitung und Buchung fand in der Zeit vom 22.05. bis 25.05.08 eine Vereinsfahrt in den Spreewald statt. 38 Mitglieder stiegen am 22.05.08 um 04.00 Uhr am Feuerwehrplatz in einen Reisebus und traten die Reise in die idyllische Landschaft zwischen Brandenburg und Sachsen an. Als Willkommensgruß gab es zur Abreise für jeden Teilnehmer ein Brunchpaket mit Informationsbroschüren der Landschaft „Spreewald“ und seiner Umgebung.  Den Willkommensgruß hatten sich die unermüdlichen Organisatoren der Fahrt, Manuela Schulze und Markus Peitz einfallen lassen. Damit fing die Begeisterung der Teilnehmer an. Um 04.17 Uhr wurde im Bus die erste Flasche Sekt geköpft - wenn das kein gutes Ohmen war! Die zwei Verantwortlichen hatten sich für die lange Busfahrt besondere Ideen einfallen lassen. So waren beispielsweise mehrere Rastpausen, bei denen die Mitglieder u.a. mit Erdbeerkuchen überrascht wurden. Um 14.30 Uhr war Ankunft, aber nicht im Hotel, sondern bereits zur 1. Besichtigung. Die Gurkenfabrik „Spreewaldhof“ stand auf der Tagesordnung. In sechs Produktionsstufen verarbeitet der „Spreewaldhof“ Golssen, seine Delikatessen in 20 Geschmacksvarianten. Jährlich verlassen 33 000 t Sauerkonserven das Werk und finden als Salz-, Dill-, Senf- oder Deligurken nicht nur bei unseren Mitgliedern einen reißenden Absatz. Im Informationszentrum der Fabrik gab es einen Film zu sehen, der den Weg der Gurke vom Feld bis ins Glas verfolgte. Mit der anschließenden Gurkenverkostung wundert es nicht, wenn Teilnehmer den Tag als spitzenmäßig und gut organisiert beschreiben. Der Tag endete nach dem Einchecken im romantischen Spreewaldhotel Leipe, einem Vortrag über Trachten und anschließendem Abendessen um ca. 22 Uhr.

Am 2. Tag starteten die Teilnehmer zur fünfstündigen Spreewaldkahnfahrt durch die alten und neuen Kanäle. Zwar wurden die Teilnehmer nicht im Fontane-Kahn durch die Kanäle gestakt, doch alle waren so begeistert, dass sie den Vers des großen deutschen Schriftstellers ausnahmslos bestätigten:

 

                        „Und das dem Netze dieser Spreekanäle,

                        Nichts von dem Zauber von Venedig fehle,

                        Durchfahrt das endlos wirre Flussrevier

                        In seinem Boot der Spreewald-Gondolier.“

 

                        (F. Fontane aus „Wanderungen durch die Mark Brandenburg)

 

Nur per Kahn zu erreichen ist das Freilandmuseum Lehde. Dort konnten die Teilnehmer mittelalterliches Handwerk, drei altwändische Bauernhöfe, die älteste Kahnbauerei und eine der ältesten Meerrettichreibereien von Lehde besichtigen. Selbstverständlich konnte man sich vom Bauerngarten mit Heil- und Färbepflanzen überzeugen und die historischen Trachten bewundern. Der Tag klang mit zahlreichem, sehr leckeren Spreewaldbuffet im eigenen Hotel aus. Alle befragten Teilnehmer waren von dem Hotel und seinen kulinarischen Köstlichkeiten schlicht weg begeistert. Das Hotel war durch den Verein mit Halbpension ausgebucht.

Der 3. Tag gestaltete sich mit einer Rundfahrt durch den Spreewald per Reisebus. Die Kleinstadt Lübbenau, die Parks, Anlagen und Gärten, die Wälder in der Umgebung und die Schloßinsel boten den Teilnehmern eine Fülle stimmungsvoller Eindrücke. Anschließend fuhr man weiter zu der durch die Presse bekannten alten Cargolifter-Halle, jetzt „Tropical Island“. Die Halle ist 360 Meter lang, 210 Meter breit und 107 Meter hoch. Auf der Grundfläche von 66.000 Quadratmetern könnten 8 Fußballfelder Platz finden, doch es ist ein reines Tropenparadies des Regenwaldes. Immer 26 Grad Lufttemperatur –  die Bewirtschaftung ist so teuer, dass an dem Standort Brand, 50 km südlich von Berlin, jährlich ca. 2,5 Millionen Besucher kommen müssten, um irgendwann Gewinne zu fahren. Nebenbei - so verrieten Einheimische in der Gemeinde Brand - wohnen gerade mal ca. 2200 Einwohner dort. Nachdem das Ufo (Tropical Island) erblickt war, ging es für die Teilnehmer zu einem besonderen Besichtigungspunkt - der Leinölmühle Straupitz. Dieses technische Denkmal ist die einzige noch funktionierende historische Dreifachmühle (Korn-, Öl- und Sägemühle) aus dem Jahr 1810. Sie wurde aufwendig restauriert und malt seit 2002 wieder ganzjährig. Fast täglich wird das berühmte Spreewalder Leinöl gepresst. Quark mit Leinöl, eine regionale Köstlichkeit, die sich unser Mitglied Daniela Mansfeld anstelle eines vorgesehenen Wildbratens vom Wirt abends servieren ließ. Weiter ging es nach Schlepzig, um die alte Schlepziger Privatbierbrauerei 1788 zu besichtigen und selbstverständlich, es versteht sich - der Schützenverein war auf Vereinsfahrt im Reich des Braumeisters – zum Verkosten einzuschlagen. Spreewälder Pils, Spreewälder Dunkel und Zwickel handgebraut luden zum Biergenuss in Perfektion ein. Auf dem Speiseplan des Tages verblieb dann noch die Besichtigung des Agrarhistorischen Museums. In westdeutsch: Bauernmuseum. Danach ging es zurück ins Hotel und der Abend stand zur freien Verfügung. Bei so vielen Programmpunkten verwundert es nicht, dass einige Nordic Walker des Vereins zwischendurch ausbüchsten und auf Irrwegen per ausgeliehenem Fahrrad nach Lübbenau radelten um die Flora und Fauna des Biosphärenreservats in ihrer scheinbaren Unberührtheit zu genießen. Das war der einzige spärliche Kritikpunkt – ein Tag mehr zur freien Verfügung wäre schön gewesen. Am nächsten Tag wurde nach dem Frühstück um 10 Uhr die lange Heimreise angetreten.